Wann verjährt eine Rechnung?

Inkasso vor Ort

Nichts ist ärgerlicher, als der Forderungsverlust aufgrund von Unachtsamkeit oder gar Unwissenheit. Um den Verlust einer Forderung nicht zu riskieren, sollte jedem Unternehmer die grundsätzliche Verjährungsfrist von Rechnungen bekannt sein. Die regelmäßige Verjährungsfrist von Forderungsangelegenheiten beginnt, soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist, § 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB (31.12.XXXX) und beträgt grundsätzlich, sollten keine verjährungshemmenden Maßnahamen Platz greifen (hierzu später) drei Jahre, § 195 BGB und endet ebenfalls zum Ende.

Beispiel:

Am 01.10.2012 eine Rechnung erstellt.

Das bedeutet, die Verjährungsfrist hat am 31.12.2012 (24.00 Uhr)/01.01.2013 (0.00 Uhr) zu laufen begonnen und endet zum 31.12.2015 (24.00 Uhr)/01.01.2016 (0.00 Uhr).

Die Forderung wäre zum 01.01.2016 verjährt. D.h. grundsätzlich könnte die Forderung noch verfolgt werden, jedoch wäre es einem Schuldner ein Leichtes die Forderung zurückzuweisen, da dieser die sog. „Einrede der Verjährung“ erheben könnte. . Der Schuldner kann somit rechtens die Zahlung der Forderung verweigern und sich auf den Eintritt der Verjährung berufen. Offene Forderungen sollten regelmäßig auf ihre Verjährung hin geprüft werden, insbesondere im Hinblick auf einen bevorstehenden Jahreswechsel. Wer hier zu spät reagiert, der läuft Gefahr, seine Forderung nicht mehr beitreiben zu können – auch nicht gerichtlich. Ein Inkassounternehmen als auch ein Rechtsanwalt können bei der Verjährungsprüfung behilflich sein.

Kann eine Verjährung gehemmt werden?

Grundsätzlich kann der Ausfall einer Forderung durch Verjährung gehemmt werden. Hierzu ist es notwendig, die Forderung gerichtlich geltend zu machen. Der Gläubiger hat dabei die Möglichkeit entweder direkt Klage zu erheben oder aber er wählt den vorerst kostengünstigeren Weg des Mahnbescheids. Sowohl mit der Zustellung des gerichtlichen Mahnbescheids als auch mit der Zustellung der Klage beginnt die Hemmung der Verjährung, § 204 BGB. Die Verjährungsfrist läuft nicht weiter.

Damit die Verjährung der Forderung gehemmt werden kann, ist es unerlässlich, die gerichtliche Geltendmachung vor Ablauf der Verjährungsfrist in die Wege zu leiten. Eine Verjährung gilt auch als gehemmt, wenn der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids oder die Klageschrift bis 24.00 Uhr am Tag des Fristablaufs in den Nachtbriefkasten des Gerichts eingeworfen wird. Es sollten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, eine Verjährung zu hemmen und frühzeitig zu reagieren.